Sprechende Artikelnummer im ERP: Ja oder Nein in IFS Cloud?
IFS Cloud · Datenmigration · Artikelstamm Sprechende Artikelnummer im ERP: Warum Sie das Schema vor dem ersten Laden festlegen Eine sprechende Artikelnummer im…
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IFS Cloud · Datenmigration · Artikelstamm
Eine sprechende Artikelnummer im ERP kodiert Attribute wie Produktfamilie oder Werkstoff in ihren Zeichen; in IFS Cloud ist ein kurzer, neutraler Schlüssel die bessere Wahl. Produktfamilie, Klasse, Norm und Größe stehen in Feldern und in der Klassifikation, weil sich diese Werte ändern können, die Nummer auf Etiketten und Zeichnungen aber bleibt. Legen Sie Format, Zuständigkeit für neue Nummern und Querverweis auf die Altnummern vor dem Laden der Migrationsdaten fest, denn die Migration ist der Zeitpunkt, zu dem eine Änderung wenig kostet.
Das Wichtigste in Kürze
Die Nummerierung wird in den ersten Wochen einer Migration festgelegt und begleitet das System, solange es läuft. Jede spätere Entscheidung baut darauf auf: die Etiketten im Lager, die Zeichnungen in der Konstruktion, die Lieferantenvereinbarungen im Einkauf. In diesem Artikel beschreibe ich, wie ich die Entscheidung in IFS-Cloud-Projekten angehe. Wo ich etwas über das Verhalten des Produkts sage, steht das dabei. Wo es vom Release abhängt, prüfen Sie es in Ihrer eigenen Umgebung, statt zu raten.
Die Artikelnummer ist der Schlüssel, über den jedes andere System und jedes Dokument den Artikel anspricht. Die Kosten einer Änderung entsprechen deshalb der Zahl der Stellen, die auf sie verweisen. In IFS Cloud beginnt ein Artikel als Datensatz im Part Catalog, dem Verzeichnis, das die Grunddefinition eines Artikels unter seiner Nummer führt. Die Objekte der täglichen Arbeit (Inventory Part, Purchase Part, Sales Part) bauen auf diesem Datensatz auf. Die Nummer, die Sie dort laden, tragen alle Buchungen und alle Integrationsnachrichten.
Außerhalb von IFS wird die Nummer weiter kopiert. Sie steht auf Etiketten und technischen Zeichnungen, in Lieferantenvereinbarungen und in den Katalogen Ihrer Kunden. Keine dieser Kopien aktualisiert sich, wenn Sie in IFS Cloud ein Feld ändern.
Die Migration ist der günstige Zeitpunkt, weil das Laden ohnehin ein kontrolliertes Ereignis ist. Jeder Datensatz wird sowieso umgewandelt, und es ist noch keine Buchung erfolgt. Nach dem Go-live muss jede Nummernänderung mit allen genannten Kopien abgestimmt werden. Die Vorlagen für die Datenmigration führen das als eigenen Punkt: Die Datenmigrationsstrategie (IDK-14) enthält eine Zeile Neunummerierung, der Datenmigrationsplan mit Bereitschafts-Checkliste (IDK-15) einen Abschnitt A2 Nummernkreise.
Eine Artikelnummer soll einen Artikel identifizieren und sonst nichts, denn jede Tatsache, die in ihr kodiert ist, muss für die gesamte Lebensdauer des Artikels stimmen. Eine sprechende Nummer kodiert Attribute in ihren Zeichen: die ersten zwei Stellen für die Produktfamilie, die nächsten drei für den Werkstoff, die letzten vier für die Größe. Am ersten Tag sieht das aufgeräumt aus. In ganz gewöhnlichen Situationen bricht es:
Eine Formatregel braucht außerdem jemanden, der sie durchsetzt. Ein Schema, das nur in einem Dokument und in den Köpfen von zwei Personen existiert, wird bei der ersten eiligen Anfrage umgangen, und die Umgehung fällt erst auf, wenn ein Bericht auf der Nummer aufsetzt. Ich habe erlebt, dass Schemata dort Bestand hatten, wo eine benannte Person die Nummern vergibt oder wo eine Validierung ein falsches Format schon bei der Erfassung abweist. Welche Validierungsoptionen Ihr Release bietet, klären Sie in der Dokumentation und in einer Testumgebung.
| Frage | Neutrale Nummer | Sprechende Nummer |
|---|---|---|
| Was passiert, wenn sich ein Attribut ändert | Nichts, die Nummer bleibt gültig | Die Nummer ist falsch, oder der Artikel wird umnummeriert |
| Wo das Attribut steht | In einem Feld oder in der Klassifikation, nach denen Sie filtern und berichten können | In den Zeichen, gelesen von Menschen und von Zeichenketten-Logik |
| Risiko, dass ein Nummernbereich ausgeht | Ein Zähler für den ganzen Bereich | Ein Zähler je Bereich, jeder kann überlaufen |
| Wie ein Fehler aussieht | Ein doppelter Artikel unter zwei Nummern | Ein Artikel in der falschen Familie, der trotzdem korrekt aussieht |
| Aufwand der Regel | Gering, eine Vergaberegel | Hoch, eine Nachschlagetabelle und eine Person, die sie pflegt |
Für eine sprechende Nummer gibt es genau einen vertretbaren Fall: ein kleiner, stabiler Bereich von Artikeln, den Mitarbeiter in der Fertigung auf einen Blick erkennen und der das aktuelle Produkt nicht überdauert. Auch dann legen Sie dieselben Informationen zusätzlich in Feldern ab, damit Berichte nicht davon abhängen, die Nummer zu zerlegen.
Trägt Ihr Altsystem einen Nummernkreis je Produktgruppe, führen Sie die Gruppe in IFS Cloud als Gruppenfeld oder Klassifikation weiter und nicht als Nummernbereich.
GTIN, Herstellernummer und Lieferantennummer haben jeweils einen anderen Eigentümer, und wer sie in die Artikelnummer legt, bindet den eigenen Schlüssel an die Nummerierung eines Dritten. Die GTIN (Global Trade Item Number) wird nach den Regeln von GS1 an den vergeben, der das Produkt unter seiner Marke führt; in Deutschland geschieht das über GS1 Germany. Die Herstellernummer gehört dem Hersteller. Die Lieferantennummer gehört dem Lieferanten und kann für denselben Artikel abweichen, wenn Sie ihn bei zwei Lieferanten kaufen.
Die Arbeitsregel lautet: Die eigene Nummer bleibt der Schlüssel, und die externen Kennungen stehen in eigenen Feldern oder in der Beziehung zwischen Lieferant und Artikel. So können Sie einen zweiten Lieferanten oder einen Ersatzhersteller aufnehmen, ohne den Schlüssel anzufassen. Feldnamen und Speicherort unterscheiden sich zwischen Releases. Prüfen Sie sie in Ihrem System, bevor Sie das Datenmapping schreiben.
| Information | Ablegen in | Nicht ablegen in |
|---|---|---|
| Produktfamilie oder Klasse | Klassifikation und Gruppenfelder | Der Artikelnummer |
| Norm, Werkstoff, Größe | Beschreibung und technische Attribute | Der Artikelnummer |
| Herstellernummer | Einer Herstellerkennung am Artikel | Einem Präfix oder Suffix Ihrer Nummer |
| Lieferantennummer | Dem Datensatz, der den Artikel mit diesem Lieferanten verbindet | Der Artikelnummer, eine je Lieferant |
| GTIN | Einem eigenen Kennungsfeld | Der Artikelnummer |
| Altnummer | Einem durchsuchbaren Querverweis | Der Beschreibung, wo niemand danach filtern kann |
Fünf Nummerierungsregeln brauchen vor der ersten Probemigration einen Verantwortlichen und ein Datum, weil das Ladeskript sie fest einbaut. Halten Sie sie als Regel fest und nicht als Vorliebe:
Halten Sie die Regeln im Book of Rules (IDK-09) fest und benennen Sie den Entscheider im Dokument zur Projektorganisation mit RACI (IDK-03). Eine Regel ohne Verantwortlichen taucht in den letzten Wochen vor dem Go-live als Streit zwischen Konstruktion und Einkauf wieder auf, und dann ist er am teuersten zu lösen.
Das Textformat verdient einen eigenen Test. Eine Nummer wie 00123 verliert ihre Nullen, wenn eine Tabellenkalkulation die Datei als Zahl öffnet, und 1E5 wird als Zahl gelesen und zu 100000. Die Ladedatei muss Artikelnummern als Text führen. Die Probemigration sollte eine Stichprobe mit führenden Nullen, Bindestrichen und der Schreibweise enthalten, die Ihre Anwender tatsächlich tippen. Zur übrigen Datendisziplin lesen Sie Golden Record in IFS Cloud, Datenqualität bis zum Go-live und die Governance-Checkliste für die Datenmigration.
Ändert die Migration Artikelnummern, bauen Sie eine Zuordnungstabelle von der alten zur neuen Nummer und laden die Altnummer als Querverweis, nach dem Anwender suchen können. Die Tabelle ist das Kontrolldokument der Migration: Jede Altnummer kommt genau einmal vor, jede Altnummer hat genau eine neue Nummer, und werden Dubletten zusammengeführt, zeigen alle betroffenen Altnummern auf dieselbe neue Nummer.
Die Altnummer bleibt aus einem praktischen Grund auffindbar. Rechnungen und Zeichnungen aus der Zeit vor dem Go-live tragen sie, ebenso Gewährleistungsfälle. Wer einen Artikel sucht, tippt, was auf dem Dokument vor ihm steht. Liefert die Suche nichts, legt er den Artikel neu an, und Sie haben wieder die Dubletten, die Sie beseitigen wollten.
Die Prozessfragen, wer Zusammenführungen freigibt und wer die Stammdaten verantwortet, behandle ich in zwei englischsprachigen Artikeln auf der Beratungsseite: Data migration is a business reset und IFS Cloud data migration plan.
Ob und unter welchen Bedingungen sich eine Part No nach dem Go-live ändern lässt, hängt von Ihrem Release und davon ab, was den Artikel bereits referenziert. Planen Sie deshalb nicht darauf. Ich habe für diesen Artikel keine Nummernänderung an laufenden Buchungen getestet und nenne hier keine Regel. Lesen Sie die Dokumentation zu Ihrem Release und probieren Sie die Änderung dann an einem Artikel mit offenen Aufträgen, Bestand und Historie in einer Testumgebung, die aus der Produktion aufgefrischt wurde.
Planen Sie das Schema so, als wäre die Antwort Nein. Stellt sich heraus, dass die Umnummerierung möglich ist, gewinnen Sie eine Rückfalloption. Haben Sie dagegen auf die Option gebaut und sie hat eine Einschränkung, die Sie nicht getestet haben, haben Sie ein zusätzliches Projekt.
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Artikelnummern in IFS Cloud sollten standardmäßig nichts aussagen. Eine Artikelnummer ist ein stabiler Schlüssel, und Attribute wie Produktfamilie, Werkstoff, Norm und Größe stehen in Feldern und in der Klassifikation, wo sie sich ändern können, ohne die Nummer ungültig zu machen. Eine sprechende Nummer ist nur für einen kleinen, stabilen Bereich vertretbar, den Mitarbeiter auf einen Blick erkennen, und auch dann sollten dieselben Attribute zusätzlich in Feldern stehen.
Ob IFS Cloud eine Artikelnummer automatisch vergibt, hängt vom Artikeltyp, vom Release und von Ihrer Konfiguration ab; eine allgemeine Regel nenne ich nicht. Legen Sie die Vergabemethode für Ihr Projekt ausdrücklich fest: Entweder erzeugt das System die Nummer aus einem definierten Zähler, oder eine benannte Person oder ein kontrollierter Prozess vergibt sie. Testen Sie die gewählte Methode vor dem Laden der Migrationsdaten in einer Nicht-Produktivumgebung.
Ob sich eine Artikelnummer in IFS Cloud nach dem Go-live ändern lässt, hängt vom Release und von den Buchungen ab, die den Artikel referenzieren. Bestätigen Sie es in der Dokumentation zu Ihrem Release und in einer Testumgebung, bevor Sie sich darauf verlassen. Als sichere Planungsannahme gilt, dass die geladene Nummer die bleibende Nummer ist, weil jedes Etikett und jede Zeichnung sie ebenfalls trägt.
GTIN, Herstellernummer und Lieferantennummer sind getrennte Kennungen mit unterschiedlichen Eigentümern, deshalb steht jede in einem eigenen Feld oder in einer eigenen Beziehung und keine in Ihrer Artikelnummer. Die Lieferantennummer gehört in die Verknüpfung zwischen Artikel und diesem Lieferanten, sodass zwei Lieferanten für denselben Artikel zwei unterschiedliche Nummern führen können. Prüfen Sie die Feldnamen in Ihrem Release, bevor Sie das Migrationsmapping schreiben.
Artikelnummern sollten an allen Standorten (Sites) und in allen Gesellschaften gleich sein, denn eine Artikelnummer in IFS Cloud verweist auf eine Artikeldefinition im Part Catalog, und eine abweichende Nummer für denselben Artikel an einem anderen Standort bedeutet eine zweite Artikeldefinition mit eigener Historie und eigenem Bestand. Die Dokumentation bestätigt eine gemeinsame Nutzung nur für bestimmte Werte: Lageranforderungen, die im Part Catalog erfasst werden, gelten für den Artikel an allen Standorten, an denen er verwendet wird (IFS Cloud 26R1, Werte am Inventory Part überschreiben die geerbten), und die zentrale Artikelbeschreibung ist eine Einstellung je Standort und Artikeltyp (25R2). Wie Ihr Release und Ihre Gesellschaftsstruktur die übrigen Werte des Part Catalog teilen, bestätigen Sie selbst.
Die Altnummer bleibt auffindbar, wenn Sie eine Zuordnungstabelle von jeder alten zur neuen Artikelnummer bauen, die Altnummer als durchsuchbaren Querverweis laden und die Suche in der ersten Probemigration testen. Dokumente aus der Zeit vor dem Go-live tragen noch die alte Nummer, und Anwender tippen, was vor ihnen gedruckt steht; liefert diese Suche nichts, legen sie einen doppelten Artikel an.
Die beiden ersten Seiten, 26R1 Enter Storage Requirements und 25R2 About Centralized Part Description, sind die einzige IFS-Dokumentation, auf die sich Aussagen zum Produkt stützen. Sie sagen nichts über die maximale Länge oder die zulässigen Zeichen der Part No und nichts über eine Nummernänderung nach dem Laden. Die übrigen Seiten sind die Stellen, an denen Sie Vergabe und Anlage von Konstruktionsartikeln für Ihr Release nachlesen. Die Hinweise zu neutralen Nummern, zum Laden als Text und zu Querverweisen sind Projektpraxis und keine IFS-Dokumentation. Antworten in der Community sind die Antworten einzelner Anwender.
Dariusz Myśliwiec: 18 Jahre Praxis mit IFS, heute mit IFS Cloud. Ich bin IFS Certified Associate Consultant und nach PRINCE2® 7 zertifiziert. Unabhängige Beratung mit Sitz in Krakau, remote in Europa und weltweit.
Ausgewählte Kunden aus meiner IFS-Arbeit: Fugro · LGC · BVI Medical · Betafence (PRÆSIDIAD) · Barlinek · NGK Ceramics · Newag · Oleofarm.
IFS ist eine eingetragene Marke der IFS AB. Diese Beratung steht in keiner Verbindung zur IFS AB.
Bringen Sie Ihre aktuelle Nummerierung, die Standorte im Rollout und die Liste der Systeme mit, die Ihre Artikelnummern verwenden. In einem 30-Minuten-Gespräch sage ich Ihnen, welche Regeln Sie zuerst festlegen, was Sie in der ersten Probemigration testen und wie die Altnummern mitwandern. Es gibt kein Verkaufsgespräch: Sie sprechen direkt mit dem Berater, der die Arbeit ausführt.
Unabhängige IFS-Cloud-Praxis · Einführung
Eine IFS Cloud Testumgebung braucht einen benannten Zweck, einen Verantwortlichen und einen dokumentierten Stand der letzten Datenkopie. Die Systemlandschaft eines Projekts folgt den Phasen: Konfiguration, Integrationstest, Abnahme und Produktion, bei größeren Projekten kommen Schulung und Cutover-Probe dazu. Die Datenkopie aus der Produktion enthält Mitarbeiter-, Lieferanten- und Kundendaten und ist damit ein Fall für die DSGVO.
Das Wichtigste in Kürze
Das Projekt hat eine einzige Testumgebung, die nach drei Monaten der Produktion nicht länger gleicht, und bei der Abnahme kann niemand sagen, welche Ergebnisse noch gelten. Die leisere Variante desselben Problems: Eine frische Kopie der Produktion wird in den Test geladen, und die erste freigegebene Bestellung verschickt eine echte E-Mail an einen echten Lieferanten. Dieser Artikel beschreibt, wie ich die Systemlandschaft einer IFS-Cloud-Einführung aufbaue, wie eine Datenkopie ablaufen sollte und was mit personenbezogenen Daten im Test zu tun ist. Wo eine Aussage meine eigene Projektpraxis ist und kein dokumentiertes IFS-Verhalten, sage ich das, denn die Einzelheiten des Klonens hängen von Ihrem Betriebsmodell und Ihrem Vertrag mit IFS ab.
Ein IFS-Cloud-Projekt braucht so viele Umgebungen, wie es Zwecke hat, die sich kein System teilen können, ohne einander zu stören. IFS legt dafür keine Norm fest, und eine Antwort mit einer einzigen Zahl, die nicht nach dem Projekt fragt, würde ich anzweifeln. Ein kleiner Roll-out an einem Standort kann mit einer Konfigurationsumgebung, einer Testumgebung und der Produktion auskommen. Ein Roll-out über Standortgrenzen hinweg, mit Schnittstellen, Datenmigration und förmlichem Abnahmezyklus, benötigt zusätzliche Umgebungen, sobald die Tester nicht auf einem System arbeiten können, das das Konfigurationsteam täglich ändert.
Die folgende Tabelle ist die Aufteilung, mit der ich in Projekten beginne und die ich dann kürze oder erweitere.
| Zweck der Umgebung | Was dort passiert | Was dort nicht passieren darf |
|---|---|---|
| Konfiguration | Lösung aufbauen und einrichten, frühe Migrationsläufe, Prototypen | Als Ort dienen, an dem die Abnahme unterschrieben wird |
| Integrationstest | Schnittstellen an die Testsysteme von Drittanbietern anbinden und Nachrichten durchgängig prüfen | Auf ein Produktivsystem eines Drittanbieters zeigen |
| Abnahme (SAT, ORT) | Abnahme nach Skript auf eingefrorener Konfiguration und bekanntem Datenstand | Die Konfiguration während eines Testzyklus ohne dokumentierte Entscheidung ändern |
| Schulung | Key User und Anwender an realistischen, aber unbedenklichen Daten schulen | Personenbezogene Daten im Klartext enthalten, die die Teilnehmer nicht brauchen |
| Cutover-Probe | Den Cutover-Plan gegen ein produktionsnahes System durchspielen und jeden Schritt zeitlich messen | Sich im Release-Stand oder in den installierten Inhalten von der Produktion unterscheiden |
| Produktion | Laufender Betrieb | Zum Ausprobieren dienen |
Ein System kann zwei Zwecke erfüllen, wenn der Terminplan es zulässt, etwa die Schulungsumgebung, die später zum Probesystem für den Cutover wird. Die Regel lautet: Zwei Zwecke laufen nie gleichzeitig auf demselben System. Die Aufteilung und die Regel je Umgebung halten Sie in der Vorlage Teststrategie (IDK-17) fest, und die Probeumgebung benennen Sie im Cutover-Plan (IDK-20).
Nach Aussage von Nutzern der IFS Community ist Build Place der Ort, an dem die IFS-Cloud-Umgebungen eines Kunden angelegt sind, und Use Place der Ort, an dem das System für die Anwender läuft. Eine Seite der IFS-Dokumentation, die beide Begriffe definiert, habe ich nicht gefunden. Dieser Abschnitt stützt sich deshalb auf einen Community-Beitrag und nicht auf Dokumentation: IFS Build Place environments (Thread 60929).
Laut diesem Thread bietet Build Place Umgebungen in drei Typen: Development (DEV), Delivery (DEL) und QA. Die Zahl der Umgebungen ist je Typ begrenzt, das Kontingent steht in Build Place unter Settings, Environments Quota. Zusätzliche Umgebungen bestellt man bei IFS. Das bedeutet Zusatzkosten und einen Vertriebsvorgang, also gehören sie in Budget und Terminplan, bevor die Systemlandschaft feststeht. Weil es Antworten von Nutzern sind, gleichen Sie Umgebungstypen, Kontingent und Preis mit Ihrem Vertrag und Ihrem Release ab.
Bei einer Infrastruktur, die der Kunde selbst betreibt, heißen die Dinge anders, und der Aufbau liegt beim Kunden. Die Fragen der folgenden Abschnitte beantwortet dann die eigene IT und nicht eine Anfrage bei IFS. Der Grundsatz, dass Nicht-Produktivsysteme getrennt von der Produktion stehen, gilt in beiden Modellen.
Ein Klon, im Projektalltag auch Refresh oder Datenkopie genannt, ersetzt Daten und Konfiguration einer Zielumgebung durch eine Kopie einer Quellumgebung, etwa von der Produktion in den Test. Den Ablauf Bildschirm für Bildschirm beschreibe ich nicht, denn ich habe keine von IFS veröffentlichte Prozedur gefunden, und die Schritte hängen von Betriebsmodell und Vertrag ab. Beschreiben kann ich, was jede Datenkopie in meinen Projekten gebraucht hat und was Sie vor der ersten bei IFS oder in Ihrer IT schriftlich bestätigen lassen sollten.
Konfiguration sollte zwischen Umgebungen durch eine kontrollierte Übertragung wandern und nicht durch erneutes Eintippen. Welcher Mechanismus gilt, hängt vom Release und von der Art der Änderung ab. Legen Sie ihn in der Teststrategie fest und probieren Sie ihn einmal mit einer harmlosen Änderung aus, bevor Sie sich darauf verlassen.
Aktualisieren Sie die Testumgebung vor dem Start eines Testzyklus und nicht nach Kalender, denn das Datum, das zählt, steht auf dem Testergebnis. Eine Datenkopie kurz vor der Abnahme gibt den Testern Daten, die dem Geschäft entsprechen. Eine Datenkopie mitten im Zyklus vernichtet die bis dahin gesammelten Nachweise und macht frühere Ergebnisse nicht wiederholbar.
Das SAT/ORT-Testskript mit Abnahme (IDK-18) enthält das Feld, das dies prüfbar macht: verwendete Umgebung, Datum der letzten Datenkopie und Quelle der Kopie. Ohne diese drei Angaben sagt ein unterschriebener Test nur, dass irgendwo etwas bestanden hat.
Nach einer Kopie aus der Produktion enthält das Testsystem weiterhin Produktivadressen und Produktivbenutzer und kann daher nach außen handeln, bis jeder dieser Punkte abgeschaltet oder umgeleitet ist. Ich arbeite die folgenden Prüfungen in dieser Reihenfolge ab und halte das Ergebnis fest, bevor ich das System für die Tester freigebe.
| Prüfung | Warum sie nach der Kopie zählt |
|---|---|
| Ausgehende E-Mails und Benachrichtigungen | Lieferanten, Kunden und Mitarbeiter können Nachrichten aus einem Testsystem erhalten. Versand abschalten oder alles in ein Test-Postfach umleiten. |
| Schnittstellenadressen und Zugangsdaten | Aus der Produktion kopierte Schnittstellen zeigen auf Produktivsysteme von Drittanbietern. Jede auf ihren Testendpunkt umstellen, darunter E-Rechnung, Bankschnittstellen, Spediteure und EDI-Partner. Das Integrationskonto behandelt der Artikel IFS Cloud API-Integration mit OData und OAuth. |
| Hintergrundjobs und geplante Aufgaben | Aus der Produktion kopierte Zeitpläne laufen im Test an: Stapelbuchungen, Datenexporte und Berichtsverteilung. Anhalten, was nicht laufen soll, und den Rest bewusst wieder aktivieren. |
| Benutzer und Berechtigungssätze | Produktivbenutzer, auch bereits ausgeschiedene, kommen samt Zugriff mit. Entfernen oder sperren, wer nicht in den Test gehört, und den Testern die Rechte geben, die die Testrollen brauchen. Zum Entwurf prüfbarer Berechtigungssätze siehe Berechtigungssätze in IFS Cloud prüfbar entwerfen. |
| Drucker und Ausgabekanäle | Druckwarteschlangen und Einstellungen zur Dokumentenverteilung können auf echte Drucker und echte Empfänger zeigen. |
| Links und Adressen in Vorlagen | In Berichten, E-Mail-Vorlagen und externen Werkzeugen hinterlegte URLs können zurück in die Produktion führen. |
| Kennzeichnung der Umgebung | Machen Sie auf dem Bildschirm sichtbar, dass dies der Test ist. Wer Test und Produktion verwechselt, bucht echte Vorgänge, die bei der nächsten Datenkopie verschwinden. |
Ein nur lesendes Überwachungskonto ist ein guter erster Schritt auf dem Nicht-Produktivsystem. Wenn Sie das SCM Automation Pack einsetzen wollen, richten Sie das Integrationskonto zuerst auf einer Testumgebung ein. Die erste Woche nach der Installation läuft ohne eine einzige Nachricht, sodass Sie sehen, was das System senden würde, bevor es jemand erhält. In Ihrem IFS wird nichts installiert, also bleibt bei einem Release-Update nichts von uns zum Nachtesten übrig. Die Kompatibilität mit dem neuen Release prüfen wir im Rahmen des Abonnements auf unserer Seite.
Die Kopie der Produktion in einer Testumgebung enthält weiterhin personenbezogene Daten, und die DSGVO gilt für sie wie für das Livesystem. Maßgeblich sind die Grundsätze in Art. 5 Abs. 1, darin Datenminimierung (lit. c) und Speicherbegrenzung (lit. e), dazu Art. 25 (Datenschutz durch Technikgestaltung) und Art. 32 (Sicherheit der Verarbeitung). Das Wort „Maskierung“ steht nicht in der Verordnung. Verlangt wird, nur die personenbezogenen Daten zu halten, die der Zweck braucht, sie nicht länger als nötig aufzubewahren und angemessen zu schützen. Für eine Testkopie kann das auf Maskierung oder Pseudonymisierung hinauslaufen oder auf das Laden eines verkleinerten Datenbestands.
Ich stelle zu jedem Nicht-Produktivsystem drei Fragen:
Ob Ihr IFS-Release eine eingebaute Funktion zum Anonymisieren von Daten in einer Kopie bietet, habe ich für diesen Artikel nicht bestätigt, deshalb behaupte ich keine. Fragen Sie IFS. Gibt es keine, vereinbaren Sie im Projekt einen Maskierungsschritt, den die Stelle ausführt, der die Daten gehören, bevor Tester Zugriff erhalten. Dieser Abschnitt beschreibt den Gesetzestext und meine Praxis und ist keine Rechtsberatung. Was für Ihre Daten gilt, entscheidet Ihr Datenschutzbeauftragter oder Ihr Jurist.
Nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG hat der Betriebsrat mitzubestimmen bei technischen Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen. Enthält die Datenkopie Protokolle oder Nutzerdaten, stellt sich die Frage, ob das Testsystem unter diese Vorschrift fällt. Das entscheidet nicht das Projekt: Klären Sie es mit Ihrem Datenschutzbeauftragten, dem Betriebsrat und einem Juristen, bevor die Kopie geladen wird. Den Gesetzestext finden Sie auf gesetze-im-internet.de.
ISO/IEC 27001:2022 behandelt dasselbe Thema als Maßnahme, und auf diesem Weg kann es ein Projekt über das IT-Audit erreichen: Anhang A 8.31 verlangt die Trennung von Entwicklungs-, Test- und Produktionsumgebungen, und 8.33 verlangt, dass Testinformationen ausgewählt, geschützt und verwaltet werden. Ein Auditor, der Ihre Teststrategie liest, sucht nach beiden.
Prüfen Sie die Systemlandschaft, indem Sie für jede Umgebung eine Zeile schreiben: Zweck, Verantwortlicher, Release-Stand, Datum der letzten Datenkopie, Quelle dieser Kopie und Zugriffsberechtigte. Eine Zeile, die sich nicht ausfüllen lässt, ist ein Befund. Das einmal vor dem Abnahmezyklus zu tun, geht schneller als die spätere Erklärung, warum sich ein Ergebnis nicht reproduzieren lässt.
Wenn Sie eine zweite Meinung zu Aufteilung und Plan der Datenkopien wünschen, vereinbaren Sie ein technisches 30-Minuten-Gespräch mit der Person, die die Prüfung durchführt. Zur Testpraxis allgemein siehe den (englischen) Artikel IFS Testing auf der Consulting-Seite.
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Ein IFS-Cloud-Projekt braucht eine Umgebung je Zweck, der sich nicht mit einem anderen ein System teilen kann: Konfiguration, Integrationstest, Abnahmetest und Produktion, bei größeren Projekten außerdem Schulung und Cutover-Probe. IFS schreibt keine Zahl vor. Ein kleiner Roll-out an einem Standort kann mit Konfiguration, Test und Produktion auskommen, ein Roll-out mit Schnittstellen und förmlichem Abnahmezyklus braucht zusätzliche, und die enthaltene Zahl legt Ihr Vertrag fest.
Nach Aussage von Nutzern der IFS Community enthält Build Place Umgebungen in drei Typen, Development (DEV), Delivery (DEL) und QA, mit einem Kontingent je Typ unter Settings, Environments Quota. Zusätzliche Umgebungen bestellt man bei IFS gegen Aufpreis. Use Place beschreiben dieselben Nutzer als den Ort, an dem das System für die Anwender läuft. Das stammt aus einem Community-Thread (60929) und nicht aus der IFS-Dokumentation, prüfen Sie also Vertrag und Release, bevor Sie eine Systemlandschaft um diese Namen planen.
Ja, eine Testumgebung lässt sich aus der Produktion aktualisieren; dabei ist das Ziel während des Überschreibens nicht verfügbar, und Quelle und Ziel müssen denselben Release-Stand haben. Daten und Konfiguration des Ziels werden ersetzt, auch umgebungsspezifische Einstellungen wie Schnittstellenadressen. Diese sichern Sie vor der Kopie durch Export oder Notiz und spielen sie danach wieder ein. Den genauen Ablauf für Ihr Betriebsmodell bestätigt IFS oder Ihre eigene IT.
Aktualisieren Sie die Testumgebung vor jedem Abnahmezyklus und vor der Cutover-Probe, nie während eines Zyklus. Das Datum der Datenkopie gehört auf das Testergebnis, denn ein Ergebnis beweist nur etwas, wenn der Datenstand bekannt ist, auf dem es entstand. Der Rhythmus richtet sich deshalb nach dem Testplan und nach den Release-Updates der Produktion und nicht nach einem festen Kalenderintervall.
Die DSGVO verwendet das Wort Maskierung nicht, aber eine Kopie der Produktion im Test enthält personenbezogene Daten, und Art. 5 Abs. 1 lit. c und e, Art. 25 und Art. 32 verlangen Datenminimierung, Speicherbegrenzung, Datenschutz durch Technikgestaltung und angemessene Sicherheit. Für eine Testkopie kann das heißen, nicht benötigte Daten zu maskieren oder zu pseudonymisieren und den Zugriff auf die Umgebung zu begrenzen. Was für Ihre Daten gilt, entscheidet Ihr Datenschutzbeauftragter oder Ihr Jurist.
Nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG hat der Betriebsrat mitzubestimmen bei technischen Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen. Enthält die Datenkopie Protokolle oder Nutzerdaten, ist zu klären, ob das Testsystem darunter fällt. Das klären Datenschutzbeauftragter, Betriebsrat und Jurist, bevor die Kopie geladen wird. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.
Die Beschreibung von Build Place stammt aus dem genannten Community-Thread und ist keine Dokumentation. Die Beschreibungen von Klon und Datenkopie stammen aus der Projektpraxis und nicht aus einer bestimmten Seite der IFS-Dokumentation, und sie hängen von Betriebsmodell, Release und Vertrag ab. Prüfen Sie Vertrag und IFS-Dokumentation für Ihr Release, bevor Sie sich auf eine dieser Angaben stützen.
Ich bin Dariusz Myśliwiec und arbeite seit 18 Jahren praktisch mit IFS, heute mit IFS Cloud. Ich bin IFS Certified Associate Consultant und nach PRINCE2® 7 zertifiziert. Meine unabhängige Praxis sitzt in Kraków und arbeitet remote in Europa und weltweit. Sie sprechen direkt mit dem Berater, der die Arbeit ausführt.
Ausgewählte Kunden aus meiner IFS-Arbeit: Fugro · LGC · BVI Medical · Betafence (PRÆSIDIAD) · Barlinek · NGK Ceramics · Newag · Oleofarm.
Bringen Sie Ihre Umgebungsliste und den Testplan mit. In einem technischen 30-Minuten-Gespräch gehe ich Aufteilung und die Termine der letzten Datenkopien mit Ihnen durch und sage Ihnen, was vor dem Start der Abnahme zu korrigieren ist.
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IFS ist eine eingetragene Marke der IFS AB. Diese Beratung steht in keiner Verbindung zur IFS AB.
Unabhängige IFS-Cloud-Beratung · Einführung
Für die Altsystem-Archivierung nach einem IFS-Cloud-Go-live bekommt jedes Datenobjekt genau eines von drei Ergebnissen: nach IFS Cloud migrieren, für die Aufbewahrungsfrist nur lesend archivieren oder löschen. Abgeschaltet wird das ERP-Altsystem erst, wenn das Archiv die Unterlagen liefern kann, die Betriebsprüfer oder Wirtschaftsprüfer anfordern dürfen, und wenn ein benannter Verantwortlicher den Termin unterschrieben hat.
Das Wichtigste in Kürze
Der Projektplan endet beim Go-live, das Altsystem läuft aber weiter: Es hält Jahre abgeschlossener Rechnungen, Wareneingänge und Buchungen, die IFS Cloud nie erhalten hat, und niemand hat entschieden, wer sie öffnen darf und wie lange. Wer es zu früh abschaltet, steht bei einer Betriebsprüfung oder einem Gewährleistungsfall vor Daten, die er nicht herausgeben kann. Wer es zu lange laufen lässt, zahlt Lizenzen und Hosting und braucht eine Person für den Zugang, während die Anwender zu den vertrauten Masken zurückkehren. Dieser Artikel führt die Entscheidungen in der Reihenfolge auf, in der ich sie in Projekten treffe. Rechtsberatung ist er nicht.
Das Altsystem läuft weiter, weil der Projektplan ein Go-live-Datum enthält, aber kein Abschaltdatum. Der Cutover-Plan regelt Datenladung und Konfigurationsschalter. Was danach mit dem Vorgängersystem geschieht, fällt zwischen Migrations-Teilprojekt und Rechnungswesen, und der IT-Betrieb geht davon aus, dass einer von beiden zuständig ist.
Die Kosten laufen in zwei Richtungen zugleich. Solange das System beschreibbar bleibt, kann jemand darin buchen, und die beiden Hauptbücher laufen auseinander. Solange es ohne Enddatum weiterläuft, braucht es Sicherheitspatches und einen Benutzeradministrator. Der Ausweg ist ein Plan mit Enddatum, geschrieben vor dem Cutover und im selben Dokument wie die Go-live-Checkliste.
Jedes Datenobjekt des Altsystems bekommt genau eines von drei Ergebnissen, und darüber entscheidet der Eigentümer des Objekts, nicht das Migrationsteam. Der Migrationsumfang beantwortet, was IFS Cloud am ersten Tag braucht. Das Archiv beantwortet, was das Unternehmen später noch belegen muss. Das sind zwei Fragen mit unterschiedlichen Verantwortlichen.
| Datenobjekt | Ergebnis als Ausgangsposition | Wer entscheidet | Begründung |
|---|---|---|---|
| Kunden, Lieferanten, Artikel, gültige Preise | Migrieren | Stammdatenverantwortlicher | Ohne sie kann IFS Cloud keine Aufträge abwickeln |
| Offene Bestellungen und Kundenaufträge, offene Rechnungen, Eröffnungssalden | Migrieren | Leitung Rechnungswesen und Einkauf | Das Geschäft läuft nach dem Cutover mit diesen Belegen weiter |
| Abgeschlossene Rechnungen, Buchungen und Wareneingänge vergangener Jahre | Nur lesend archivieren | Leitung Rechnungswesen | Aufbewahrungsvorschriften und Prüfungsfragen beziehen sich auf sie, nicht der Tagesbetrieb |
| Rechnungs-PDFs, Verträge, Anhänge | Mit dem Beleg archivieren | Leitung Rechnungswesen und Dokumentenverantwortlicher | Die Datei selbst ist der Nachweis und muss mit der Belegnummer verknüpft bleiben |
| Schnittstellenprotokolle, temporäre Tabellen, Testdaten | Löschen | IT-Leitung | Keine rechtliche oder fachliche Anforderung, und personenbezogene Daten gehören nicht ohne Grund in ein Archiv |
Die Ergebnisse in der Tabelle sind eine Ausgangsposition für den Workshop, keine Vorgabe. Lädt Ihr Datenmigrationsplan zwei Jahre abgeschlossener Bestellungen, weil ein Einkäufer die Preishistorie braucht, wandern diese zwei Jahre aus der Zeile „archivieren“ in die Zeile „migrieren“. Strategie und Plan dazu stehen in den Vorlagen IDK-14 Datenmigrationsstrategie und IDK-15 Datenmigrationsplan mit Checkliste.
Die Aufbewahrungsfrist für Buchführungs- und Steuerunterlagen legt das Recht fest, und sie gilt für die Unterlagen, nicht für das System, das sie erzeugt hat. In Deutschland nennt § 147 Abs. 3 der Abgabenordnung (AO) drei Fristen, die sich nach der Art der Unterlage richten.
| Unterlagen nach § 147 AO | Aufbewahrungsfrist |
|---|---|
| Bücher, Aufzeichnungen, Inventare, Jahresabschlüsse u. a. | 10 Jahre |
| Buchungsbelege | 8 Jahre |
| Handels- und Geschäftsbriefe und sonstige steuerlich relevante Unterlagen | 6 Jahre |
| Alle genannten Unterlagen, solange die Festsetzungsfrist läuft | Die Frist läuft nicht ab (Ablaufhemmung), solange die Festsetzungsfrist für die betroffene Steuer noch offen ist |
Die Tabelle gibt § 147 Abs. 3 AO in Kurzform wieder, gelesen am 17.10.2026 auf gesetze-im-internet.de. Rechtsberatung ist das nicht. Welche Ihrer Unterlagen unter welche Frist fallen, wann die Frist zu laufen beginnt und welche Pflichten das Handelsrecht oder Ihre Branche zusätzlich setzen, hängt von Fakten ab, die ich nicht kenne. Lassen Sie sich von Ihrem Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer eine schriftliche Liste geben, die je Unterlagenart Frist, Fristbeginn und geforderte Form nennt. Diese Liste wird die Spalte zum Aufbewahrungsbedarf in Ihrer Abschalttabelle.
Ein Konzern mit Gesellschaften in anderen Ländern braucht diese Liste je Gesellschaft, denn dort gilt jeweils das Recht des Landes, in dem die Gesellschaft eingetragen ist.
Ein Nur-Lese-Archiv taugt, wenn eine Person, die nie im Altsystem gearbeitet hat, einen bestimmten Beleg innerhalb eines Arbeitstags in lesbarer Form liefert. Diesen Test führe ich in den letzten Wochen vor der Abschaltung durch, gemeinsam mit dem Rechnungswesen und nicht mit der IT.
Der Maßstab dahinter ist § 147 Abs. 6 AO. Er regelt den Datenzugriff der Finanzverwaltung und nennt drei Wege: die Einsicht in das Datenverarbeitungssystem und seine Nutzung, die maschinelle Auswertung der Daten nach den Vorgaben der Prüfer und die Übermittlung der Daten in einem maschinell auswertbaren Format. Der Zugriff erstreckt sich auch auf Daten, die bei Dritten gespeichert sind, und die Kosten trägt der Steuerpflichtige. Planen Sie das Archiv deshalb so, dass es alle drei Wege bedienen kann. Ob Ihr Archiv die Anforderungen der GoBD erfüllt, prüfen Sie anhand des Originaltexts des BMF-Schreibens mit Ihrem Steuerberater.
Wählen Sie fünf Belege aus unterschiedlichen Jahren und von unterschiedlicher Art, geben Sie sie einer Buchhalterin, die nicht im Projekt war, und messen Sie die Zeit bis zur Antwort. Muss sie dafür einen Berater anrufen, ist das Archiv nicht bereit.
Ich setze in Projekten drei Archivwege ein, und sie unterscheiden sich darin, was erhalten bleibt und was weiter Geld kostet. Sie lassen sich kombinieren: Dokumente im Dokumentenarchiv, Hauptbücher als Datenauszug, kein Altsystem bleibt in Betrieb.
| Weg | Was Sie behalten | Was weiter Kosten verursacht | Worauf Sie achten |
|---|---|---|---|
| Altsystem nur lesend weiterbetreiben | Die vollständige Anwendung mit ihren Masken und Berichten | Lizenzen oder Wartung, Hosting, Sicherheitspatches, ein Administrator | Betriebssystem- und Datenbankversionen, für die der Hersteller keine Updates liefert, und die Lizenzbedingungen für lesende Benutzer |
| Datenauszug in ein Datenarchiv | Tabellen oder Flatfiles für die vereinbarten Jahre samt Feldzuordnung | Speicher und eine Person, die abfragen kann | Der Auszug ist nur so gut wie seine Abstimmung mit dem Altbuch. Stimmen Sie ab, bevor die Quelle gelöscht wird |
| Dokumentenarchiv | Rechnungen, Gutschriften, Lieferscheine und Verträge als Dateien mit einem Index der Belegnummern | Speicher und der Index | Ein Langzeitformat wie PDF/A verwenden. Kamen Rechnungen als strukturierte Daten (XML), die strukturierte Datei aufbewahren und mit dem Steuerberater klären, welche Fassung als Original gilt |
Ein Archivierungsprodukt empfehle ich in diesem Artikel nicht. Die Wahl hängt vom Datenvolumen ab, von der Zahl der aufzubewahrenden Jahre und davon, wer das Archiv abfragt. Sie gehört mit einem Kostenvergleich in die Abschaltstrategie.
Den Abschalttermin legt der Lenkungskreis fest, auf Empfehlung der Leitung Rechnungswesen und der IT-Leitung, und eine benannte Person verantwortet die Abschalttabelle. Die Projektleitung bereitet sie vor, das Risiko eines fehlenden Belegs trägt aber das Rechnungswesen, deshalb unterschreibt das Rechnungswesen.
Die Struktur liefert die Cutover-Vorlage. Abschnitt 7 von IDK-20 Cutover-Plan, Checkliste und Rückfallplan ist eine Tabelle mit sechs Spalten: System oder Schnittstelle, Aktion beim Go-live, spätere Aktion, Aufbewahrungsbedarf, Verantwortlicher und Datum. Die Beispielzeile für ein Alt-ERP sieht beim Go-live den Nur-Lese-Zugriff für alle Benutzer an einem nummerierten Schritt der Checkliste vor und später Archivierung und Abschaltung nach der Frist aus der Abschaltstrategie. Die Vorlage nennt diese Abschaltstrategie als mitgeltendes Dokument, und dieser Artikel ist eine Anleitung, sie zu schreiben.
Zwischen Go-live und Abschaltung ist die Datenqualität im neuen System am schwächsten. Der SCM Exception Scan ist ein einmaliger, rein lesender Scan Ihrer Einkaufsdaten in IFS Cloud über OData, der offene Ausnahmen auflistet. Er installiert nichts in Ihrem IFS, es bleibt also nichts von uns, das Sie später entfernen müssten. Ob er zu Ihren ersten Wochen nach dem Cutover passt, klären wir am besten im Gespräch.
Zur Datenseite des vorangehenden Projekts siehe Datenmigration IFS Cloud: Governance-Checkliste und Datenqualität vor dem Go-live, zum Go-live selbst IFS Cloud Go-live: Probelauf, Abgleich und Hypercare. Planungsnotizen zur Migration stehen auf der Beratungsseite: IFS Cloud Data Migration Plan und Data Migration Is a Business Reset (beide auf Englisch).
Die Frist gilt für die Unterlagen, nicht für das Altsystem, und sie richtet sich nach dem Recht des Landes, in dem die Gesellschaft eingetragen ist. Für Deutschland nennt § 147 Abs. 3 AO 10 Jahre für Bücher, Aufzeichnungen, Inventare und Jahresabschlüsse, 8 Jahre für Buchungsbelege und 6 Jahre für Handels- und Geschäftsbriefe und sonstige steuerlich relevante Unterlagen. Die Frist läuft nicht ab, solange die Festsetzungsfrist für die betroffene Steuer offen ist. Lassen Sie Ihren Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer eine schriftliche Liste mit Unterlagenart, Frist und Fristbeginn erstellen. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.
Das Altsystem darf direkt nach dem Go-live nur abgeschaltet werden, wenn jedes Datenobjekt ein festgelegtes Ergebnis hat (migriert, archiviert oder gelöscht) und das Archiv einen Abruftest mit dem Rechnungswesen bestanden hat. Andernfalls setzen Sie das Altsystem beim Go-live auf Nur-Lese-Zugriff und schalten es nach den ersten Abschlüssen in IFS Cloud ab, sobald die Salden abgestimmt sind und der Lenkungskreis den Termin unterschrieben hat.
Keine Regel verlangt, abgeschlossene Buchungshistorie in IFS Cloud zu laden. Der Migrationsumfang in Ihrem Datenmigrationsplan legt fest, was geladen wird, und er umfasst, was IFS Cloud am ersten Tag braucht: Stammdaten, offene Posten und Eröffnungssalden. Die abgeschlossene Historie bleibt in einem Nur-Lese-Archiv, es sei denn, ein Anwender braucht sie in IFS Cloud, etwa ein Einkäufer für die Preishistorie.
Ein Nur-Lese-Archiv braucht die Suche nach Belegnummer und Periode, den vollständigen Abruf eines Belegs mit Buchungen und Anhängen, einen Export in eine Datei, die ohne die alte Software lesbar ist, einen durchgesetzten Nur-Lese-Zugriff mit benanntem Verantwortlichen und eine Feldzuordnung (Mapping-Dokument) von Altfeldern zu IFS-Cloud-Feldern. Da § 147 Abs. 6 AO für den Datenzugriff der Finanzverwaltung Einsicht in das System, maschinelle Auswertung nach den Vorgaben der Prüfer und Übermittlung der Daten in einem maschinell auswertbaren Format nennt, sollte das Archiv alle drei Wege bedienen können. Testen Sie es, indem Sie fünf Belege aus unterschiedlichen Jahren einer Buchhalterin geben, die nicht im Projekt war.
Bewahren Sie die strukturierte Datei (das XML) so auf, wie sie eingegangen ist, mit ihrem Indexeintrag, und nicht nur eine PDF-Darstellung davon. Welche Fassung als Originalrechnung gilt, ist eine steuerrechtliche Frage, die vom Rechnungsformat abhängt. Klären Sie sie mit Ihrem Steuerberater, bevor das Altsystem abgeschaltet wird.
Den Termin legt der Lenkungskreis fest, auf Empfehlung der Leitung Rechnungswesen und der IT-Leitung. Eine benannte Person führt die Abschalttabelle (Abschnitt 7 der Cutover-Vorlage IDK-20), und das Rechnungswesen unterschreibt, weil es das Risiko eines fehlenden Belegs trägt.
Dieser Artikel beschreibt eine Projektpraxis und ist keine Rechts-, Steuer- oder Buchhaltungsberatung. Die Fristen sind aus der am 17.10.2026 abgerufenen, oben verlinkten Fassung des § 147 AO zusammengefasst und können sich ändern. Bestätigen Sie sie mit Ihrem Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer.
Dariusz Myśliwiec: 18 Jahre Praxis mit IFS, heute mit IFS Cloud. Ich bin IFS Certified Associate Consultant und nach PRINCE2® 7 zertifiziert. Unabhängige Beratung mit Sitz in Krakau, remote in Europa und weltweit. Sie sprechen direkt mit dem Berater, der die Arbeit ausführt.
Ausgewählte Kunden aus meiner IFS-Arbeit: Fugro · LGC · BVI Medical · Betafence (PRÆSIDIAD) · Barlinek · NGK Ceramics · Newag · Oleofarm.
IFS ist eine eingetragene Marke der IFS AB. Diese Beratung steht in keiner Verbindung zur IFS AB.
Bringen Sie Ihre Liste der Altsysteme und Schnittstellen mit. In einem 30-Minuten-Gespräch gehen wir die Abschalttabelle Zeile für Zeile durch und legen für jede Zeile Archivweg, Verantwortlichen und Termin fest. Ohne Verkaufsgespräch. Sie sprechen direkt mit dem Berater, der die Arbeit ausführt.
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Unabhängige IFS-Cloud-Beratung · Anpassungen
Ein IFS Cloud Custom Field im Dialog oder Assistant scheitert an einer Grenze des Frameworks. Für Assistants steht sie auf der Seite Known Limitations des Tailoring-Guides, in den Ausgaben 24R1 und 25R1; für Dialoge stammt sie von einem IFS-Mitarbeiter in einem Community-Thread von 2026, und deshalb hängt der passende Workaround davon ab, welcher der beiden Fälle vorliegt.
Auf einen Blick
Im März 2026 fragte ein Kunde mit IFS Cloud 25R1 in der IFS Community, warum die Ansicht „Receive Shop Order Manually“ kein Custom Field annimmt. Der Fragesteller merkt an, dass die Ansicht als Dialog umgesetzt ist, und die Frage berührt ein wiederkehrendes Muster: Der Fachbereich braucht genau in dem Schritt, in dem die Anwender ohnehin arbeiten, eine weitere Information, und dieser Schritt ist ein Dialog oder ein Assistant. Dieser Artikel trennt, was IFS dokumentiert, von dem, was eine einzelne Forenantwort sagt, und gibt danach eine Entscheidungstabelle, die Sie nutzen können, bevor jemand mit dem Bauen beginnt.
Die Seite Known Limitations im Tailoring-Guide von IFS Cloud enthält einen Abschnitt „Custom Attributes on Assistants“. Ich habe ihn in der Dokumentation zu 24R1 und zu 25R1 geöffnet, und beide Ausgaben tragen denselben Text. Der Abschnitt stellt normale Anwendungsseiten, auf denen ein Anwender Daten sucht, Informationen ändert oder ergänzt und dann ausdrücklich speichert, den Assistants gegenüber, die „provide flexible implementation to suit the task at hand“. Sein Schluss lautet: „it is not currently possible to provide custom attributes on assistants.“
Dieselbe Seite erwähnt Dialoge nicht. Die Lücke zählt, denn „Custom Field“ meint im Alltag sowohl das Custom-Attributes-Framework als auch die Felder, die Anwender auf dem Bildschirm sehen, und die dokumentierte Aussage ist enger als das Problem, das Anwender melden. Für Dialoge ist der Community-Thread, den der nächste Abschnitt beschreibt, der einzige Beleg, den ich öffnen konnte.
Die Einführung in den Page Designer im Tailoring-Guide 25R1 ergänzt einen relevanten Punkt. Sie nennt das Konfigurieren von Schritten in Assistants als Aufgabe des Page Designers und merkt an, dass Dialoge und Assistants im Vergleich zu normalen Seiten nur begrenzte Konfigurationsmöglichkeiten haben. Keine der beiden Aussagen verspricht einen Weg, diesen Ansichten ein neues Feld hinzuzufügen.
Der Thread „Missing CUSTOM Functions in Dialog and Assistant Views in IFS Cloud“ besteht aus einer Frage und zwei Antworten, alle datiert vom 12. bis 17. März 2026, mit dem Tag 25R1 und als gelöst markiert. Jede Antwort ist das, was sie ist: die Auskunft einer Person in einem Forum und keine Seite der Dokumentation.
Ein zweiter Thread stützt die Seite der Assistants. In einem Thread vom März 2025 zu 24R2 sagt ein IFS-Mitarbeiter, dass sich Page-Designer-Konfiguration in Assistants weitgehend nutzen lässt, etwa bedingte Sichtbarkeit, Bearbeitbarkeit und Pflichtstatus, und dass nur das Hinzufügen von Custom Fields zu einem Assistant nicht unterstützt wird. Ein weiterer IFS-Mitarbeiter im selben Thread sagt, ein BPA Workflow vom Typ Process Enrichment müsse Standardwerte befüllen können.
Thread und Dokumentation nennen sechs Ansätze. Die Nummern 1, 3 und 4 haben eine dokumentierte Grundlage in den Guides Tailoring oder Administration von IFS Cloud. Die Nummern 2, 5 und 6 stützen sich auf Forenantworten, und ich kennzeichne sie entsprechend.
?showInPageDesigner=true an die Adresse des Dialogs anzuhängen, um den Page Designer darauf zu öffnen, und fügt hinzu, dass dies keine Custom Fields erzeugt. Diesen Parameter fand ich nur im Thread, testen Sie ihn also, bevor Sie sich darauf verlassen.Wo der Thread die einzige Quelle ist, schreibe ich „eine Antwort im Thread sagt“. Wo der Tailoring- oder der Administration-Guide den Punkt abdeckt, nenne ich den Guide.
Die Spalten Pflegeaufwand und Risiko beim Release-Update sind meine eigene Einschätzung aus der Praxis und keine Bewertung von IFS. Nehmen Sie sie als Ausgangspunkt für ein Gespräch über Ihre Systemlandschaft.
| Ihr Bedarf | Workaround | Pflegeaufwand | Risiko beim Release-Update | Grundlage |
|---|---|---|---|---|
| Ein vorhandenes Feld im Dialog oder Assistant umbenennen, ausblenden oder zum Pflichtfeld machen | Konfiguration im Page Designer | Niedrig | Niedrig: Konfiguration nach jedem Release erneut prüfen | Dokumentiert für Seiten und Assistant-Schritte; der Adressparameter für Dialoge steht nur im Thread |
| Einen Wert in einem Assistant vorbelegen | Conditional Default Values oder BPA Process Enrichment | Niedrig bis mittel | Niedrig bis mittel | Thread-Antworten von IFS-Mitarbeitern |
| Nach dem Speichern des Dialogs validieren, benachrichtigen oder einen Workflow starten | Custom Defined Event auf der Entity | Mittel | Mittel: Bedingungen hängen von Entity-Spalten ab, die sich ändern können | Funktion dokumentiert (Administration-Guide); Einsatz am Dialog von einem IFS-Mitarbeiter im Thread vorgeschlagen |
| Zusatzdaten zum Fertigungsauftrag, Wareneingang oder einem ähnlichen Datensatz erfassen | Custom Entity, auf der übergeordneten Seite aufgelistet | Mittel | Niedrig bis mittel | Dokumentiert (Tailoring-Guide) |
| Zusatzdaten in demselben Schritt erfassen, den der Anwender heute ausführt | Eigene Seite auf der erweiterten Entity, die den Dialog ersetzt | Hoch | Mittel: Sie besitzen nun den Bedienablauf und seine Berechtigungen | Vorschlag eines IFS-Mitarbeiters im Thread |
| Logik oder Felder, die sich mit Konfiguration nicht ausdrücken lassen | Projection-Anpassung mit Fragments | Hoch | Hoch: Code, der bei jedem Release erneut getestet werden muss | Thread, Meinung eines Kunden |
Gehen Sie die Tabelle von oben nach unten durch und halten Sie bei der ersten Zeile an, die den Bedarf deckt. Je weiter unten Sie landen, desto größer ist der Teil der Lösung, den Sie selbst pflegen. Dieselbe Überlegung steht hinter der Wahl zwischen Quick Report, Custom Field und Custom Event.
Clean Core heißt: Die Standardobjekte von IFS bleiben unverändert, und jede Änderung liegt im Extensibility Framework, wo ein Release-Update sie mitnehmen kann. Die Grenze bei Dialogen und Assistants drängt Teams zu einer von zwei schlechten Gewohnheiten: einer Modifikation der Standardansicht oder einem Haufen undokumentierter Events, die niemand verantwortet. Beides lässt sich mit der Tabelle oben vermeiden.
CRIMS steht für Configurations, Reports, Interfaces und Modifications: die kundenspezifischen Objekte, die auf dem Standard von IFS Cloud aufsetzen. Der Marktplatz dieser Seite hat eine Kategorie Anpassungen; ihre englische Fassung (Modifications) gibt an, die Einträge seien auf Wartbarkeit und „evergreen“-Kompatibilität mit IFS-Cloud-Updates geprüft. Das ist die Selbstbeschreibung der Kategorie, und sie sagt nicht, wie ein einzelner Eintrag getestet wird.
Ob eine fertige CRIMS-Modifikation Ihre Anforderung trifft oder die Arbeit anhand der Entscheidungstabelle als Eigenbau zugeschnitten wird: Ich prüfe den vorgeschlagenen Ansatz gegen die oben genannten Grenzen, bevor etwas konfiguriert wird, damit Sie am Ende kein Feld haben, das das Framework nicht aufnehmen kann.
Nein. Die Seite Known Limitations im Tailoring-Guide von IFS Cloud nennt in der Dokumentation zu 24R1 und 25R1, dass es derzeit nicht möglich ist, Custom Attributes für Assistants bereitzustellen. Andere Page-Designer-Konfiguration, etwa bedingte Sichtbarkeit und Pflichtstatus, gilt für Assistants weiterhin.
Die Antwort eines IFS-Mitarbeiters in einem Community-Thread vom März 2026 zu 25R1 sagt, mit den Standard-Custom-Fields gehe das nicht, weil Dialoge nicht den Mustern folgen, die das Custom-Attributes-Framework verlangt. Die Seite Known Limitations, die ich geprüft habe, nennt Assistants und erwähnt Dialoge nicht. Prüfen Sie deshalb den aktuellen Stand für Ihr Release, bevor Sie darauf aufbauen.
Lassen Sie den Dialog unberührt und legen Sie die Daten daneben ab. Eine Custom Entity, auf der übergeordneten Standardseite aufgelistet, speichert Zusatzdaten, und ein Custom Defined Event auf der zugrunde liegenden Entity kann reagieren, wenn der Dialog Daten ändert. Beides liegt im Extensibility Framework, sodass der Core unverändert bleibt und ein Release-Update weniger stören kann.
Nein. Eine Kundenantwort im Thread der IFS Community sagt, dass ?showInPageDesigner=true an der Adresse eines Dialogs den Page Designer öffnen kann, um Sichtbarkeit oder Verhalten vorhandener Felder zu ändern, und stellt fest, dass dadurch keine Custom Fields entstehen. Den Parameter fand ich nur in diesem Thread und nicht in der IFS-Dokumentation, testen Sie ihn also zuerst in einer Nicht-Produktivumgebung.
Ein Custom Defined Event kann auf Datenänderungen reagieren, zeigt aber kein neues Eingabefeld im Dialog an. Der Administration-Guide 25R1 beschreibt Events, die auslösen, wenn eine Zeile angelegt, geändert oder entfernt wird, und eine Aktion wie E-Mail, Task, Workflow oder REST Call ausführen. Nutzen Sie ein Event für Validierung und Folgeaktionen und eine Custom Entity oder eine eigene Seite, wenn Anwender etwas Neues eintippen müssen.
Die Dokumentation wurde in den oben genannten Ausgaben gelesen. Grenzen können sich zwischen Releases ändern; prüfen Sie die Seite Known Limitations für das Release, das Sie einsetzen.
Dariusz Myśliwiec: 18 Jahre Praxis mit IFS, heute mit IFS Cloud. Ich bin IFS Certified Associate Consultant und nach PRINCE2® 7 zertifiziert. Unabhängige Beratung mit Sitz in Krakau, remote in Europa und weltweit. Sie sprechen direkt mit dem Berater, der die Arbeit ausführt.
Ausgewählte Kunden aus meiner IFS-Arbeit: Fugro · LGC · BVI Medical · Betafence (PRÆSIDIAD) · Barlinek · NGK Ceramics · Newag · Oleofarm.
IFS ist eine eingetragene Marke der IFS AB. Diese Beratung steht in keiner Verbindung zur IFS AB.
Bringen Sie mir den Dialog oder Assistant und die Daten, die Sie erfassen müssen. In einem 30-Minuten-Gespräch sage ich Ihnen, welche Zeile der Tabelle passt, ob eine CRIMS-Modifikation es schon abdeckt und was der Rest in Bau und Pflege kosten würde.
Unabhängige IFS-Cloud-Beratung · Vertrieb
Läuft in einer Kundenpreisvereinbarung in IFS Cloud (oder einer Verkaufspreisliste) das Datum Valid To einer Position ab, ziehen neue Auftragspositionen ihren Preis nicht länger aus dieser Position. Sie fallen auf eine andere Preisliste oder auf den Preis des Sales Part zurück, ohne dass jemand das beschlossen hat. Die Preise in IFS Cloud stehen in Zeilen mit Gültigkeitsdatum: Zeilen einer Verkaufspreisliste und Zeilen einer Kundenvereinbarung haben je ein Datum, an dem sie nicht länger gelten. Dieses Datum wird einmal gesetzt, Monate im Voraus, und dann vergessen, weil der Preis bis zum letzten Tag funktioniert. Der Vertrieb nennt weiter die alten Konditionen, während das System sie stillschweigend nicht länger anwendet.
Auf einen Blick
Der Preis in IFS Cloud ist keine einzelne Zahl am Artikel, sondern ein Satz aus Verkaufspreislisten und Kundenvereinbarungen, deren Zeilen ein Valid From und ein Valid To tragen. Valid To kann leer sein: Eine solche Zeile bleibt gültig, bis eine neuere Zeile mit späterem Valid From sie ablöst. Ist ein Datum gesetzt, wirkt es wie ein Schalter. Auf der einen Seite bepreist sich die Auftragsposition aus der Vereinbarung. Auf der anderen Seite gilt diese Zeile nicht länger, und die Auftragsposition nimmt, was in der Rangfolge als Nächstes kommt.
IFS dokumentiert diese Rangfolge als Leiter der Preisquellen in About Pricing. Ein von Hand an der Auftragsposition eingegebener Preis gewinnt immer. Danach folgen eine manuell gewählte Vereinbarung mit dem Kennzeichen Exclude from Auto Pricing, eine Verkaufskampagne, die automatisch ermittelte Kundenvereinbarung und eine Verkaufspreisliste. Die letzte Stufe ist der Preis aus dem Sales Part. Der Sales Part Base Price, auf derselben Seite beschrieben, ist etwas anderes: Er ist die Grundlage, aus der Preislisten und Vereinbarungen aufgebaut werden, und kein Preis, der in einem Auftrag landet.
Der Schalter fällt nach dem Kalender und nicht durch eine Handlung. Es gibt keinen Klick, keine Freigabe, keine Nachricht. Die Vereinbarungszeile, die am Freitag stimmte, wird am Montag einfach nicht gewählt, und der Auftrag nimmt kommentarlos einen anderen Preis. Der Datensatz existiert weiter, nur sein Gültigkeitsfenster ist vorbei.
Die Gültigkeit wird gegen das Preiswirksamkeitsdatum (price effective date) der Auftragsposition geprüft, und die Preisfindungsmethode je Standort und Kunde bestimmt, welches Datum das ist. Bei Preisfindung nach Lieferdatum nimmt eine Position, die vor dem Ablauf erfasst und danach geliefert wird, den Vereinbarungspreis nicht länger. Bereits erfasste Positionen werden durch den Zeitablauf nicht neu bepreist.
Damit unterscheidet sich dieser Fall von den Preisfehlern, die Sie schon beobachten. Eine Position ohne Preis fällt laut auf, weil der Auftrag nicht sauber weiterläuft. Eine abgelaufene Vereinbarungszeile fällt leise auf, weil der Auftrag problemlos bepreist wird, nur zu einer Zahl, die niemand gewählt hat. Sie kann sogar eine Position unter die Selbstkosten rutschen lassen, wenn der Ersatzpreis niedriger ist als das Geschäft, das Sie einhalten wollten.
Ein Hinweis zur Benennung: Die IFS-Masken heißen Customer Agreement und Sales Price List. „Kundenpreisvereinbarung“ ist kein IFS-Begriff, aber der Ausdruck, nach dem gesucht wird, und bleibt deshalb im Titel dieses Beitrags.
Niemand plant, eine Vereinbarung mitten in der Kundenbeziehung auslaufen zu lassen. Es geschieht an den Nahtstellen der normalen Kundenbetreuung, auf drei wiederkehrenden Wegen.
| Ursprung | Was geschieht | Warum es unbemerkt bleibt |
|---|---|---|
| Verlängerung nicht rechtzeitig erfasst | Die Vereinbarungszeile erreicht ihr Valid To, bevor die neue erfasst ist | Die alten Konditionen funktionierten gestern, deshalb bemerkt niemand die Lücke, bis ein Auftrag anders bepreist wird |
| Befristete Aktion | Ein befristeter Preis läuft absichtlich aus, und der Folgeplan kommt nie | Das Auslaufen war gewollt, die Entscheidung, was danach gilt, wurde aber nicht getroffen |
| Überlappende Preislisten | Preislisten greifen nebeneinander, und die, die ausläuft, war die tatsächlich verwendete | Eine andere Liste bepreist die Position weiter, der Auftrag wirkt also bepreist, und der Preisfall bleibt unsichtbar |
In jedem dieser Fälle wird der Auftrag weiter bepreist, und genau deshalb bleibt das Problem unsichtbar. Die Lücke zeigt sich später als Marge, die falsch ausfiel, als Kunde, der eine Rechnung gegen die zugesagten Konditionen beanstandet, oder als Vertriebsleiter, der fragt, warum ein Kunde plötzlich auf dem Preis des Sales Part steht. Dann sind die Aufträge angelegt, und als Korrektur bleibt nur die Gutschrift.
Eine zweite stille Grenze gibt es ab Release 25R1: Eine Kundenvereinbarung gilt auch dann nicht länger, wenn sie ihren Maximum Cumulative Amount überschreitet, und für einen einzelnen Artikel, wenn dieser seine Maximum Cumulative Quantity überschreitet. Das Datum kann völlig in Ordnung sein, und die Vereinbarung fällt trotzdem aus der Preisfindung. Dieser Schalter hat mit dem Kalender nichts zu tun, deshalb erfasst eine Liste der nach Datum ablaufenden Vereinbarungen ihn nicht.
Valid From und Valid To stehen in den Zeilen der Preisliste und der Vereinbarung, und ein Monitor kann sie über OData lesen, ohne einen Datensatz zu berühren. Die IFS-Dokumentation behandelt die Gültigkeit von Preislistenzeilen und das Preiswirksamkeitsdatum an der Auftragsposition. Erkennen heißt, nach vorn auf die Daten zu schauen statt zurück auf den Schaden:
Weil es sich um ein Überwachungsmuster mit reinem Lesezugriff handelt (so funktioniert es), läuft es neben dem Vertrieb und schreibt nichts nach IFS zurück. Es verlängert keine Vereinbarung, ändert kein Datum und bepreist keinen Auftrag neu, und es soll es auch nicht: Was ein Preis sein soll, ist eine kaufmännische Entscheidung. Es gibt dem Kundenverantwortlichen die Liste der Vereinbarungen, die bald auslaufen, damit die Verlängerung vor dem Valid To geplant wird und nicht erst, nachdem ein Auftrag falsch bepreist wurde.
Das Problem ist, dass der Preis nicht länger der vereinbarte ist. Läuft eine Zeile der Kundenvereinbarung ab, bepreist sich die Auftragsposition aus der nächsten Quelle in der Rangfolge der IFS-Preisquellen, das kann eine andere Verkaufspreisliste sein oder zuletzt der Preis des Sales Part. Der Auftrag wirkt bepreist und läuft weiter, doch die Zahl kann höher oder niedriger sein als das Geschäft, das der Kunde erwartet. Das zeigt sich später als verfehlte Marge oder als Streit.
Ein Preis abseits der Vereinbarung ist eine Auftragsposition, die die Kundenvereinbarung nicht genutzt hat, die sie hätte nutzen sollen, obwohl die Vereinbarung noch gültig ist. Eine abgelaufene Vereinbarung liegt einen Schritt davor: Die Vereinbarungszeile hat ihr Valid To überschritten und steht keiner neuen Auftragsposition zur Verfügung. Im einen Fall hat eine Position eine gültige Vereinbarung verfehlt, im anderen ist die Vereinbarung nicht länger gültig.
Nein. Welcher Preis gelten soll und für wie lange, ist eine kaufmännische Entscheidung, die beim Kundenverantwortlichen liegt. Der Monitor liest die Gültigkeitsdaten über OData, listet auf, was bald abläuft oder schon abgelaufen ist, und überlässt die Verlängerung einer Person. Nach IFS wird nichts zurückgeschrieben.
Der Monitor kann Abläufe ordnen, indem er jeden mit der jüngsten Auftragsaktivität verbindet. Eine Vereinbarung, die bei einem Kunden ausläuft, der jede Woche bestellt, ist dringend, eine bei einem ruhenden Kunden kann warten. Die Ordnung nach der Aktivität des Kunden hält die Liste kurz und auf die Vereinbarungen gerichtet, die bald echte Aufträge falsch bepreisen.
Dariusz Myśliwiec: 18 Jahre Praxis mit IFS (Apps 7.5 bis 10 und IFS Cloud) in ERP und Supply Chain. Ich bin IFS Certified Associate Consultant und nach PRINCE2® 7 zertifiziert. Ich sitze in Krakau und arbeite als unabhängige Beratung remote in Europa und weltweit. Sie sprechen direkt mit dem Berater, der die Arbeit ausführt.
Ausgewählte Kunden: Fugro · LGC · BVI Medical · Betafence (PRÆSIDIAD) · Barlinek · NGK Ceramics · Newag · Oleofarm.
IFS ist eine eingetragene Marke der IFS AB. Diese Beratung steht in keiner Verbindung zur IFS AB.
Erzählen Sie mir, wie Ihr Team Kundenpreislisten und Vereinbarungen verwaltet. In einem 30-Minuten-Gespräch zeige ich Ihnen, wie ein Monitor mit reinem Lesezugriff, gebaut wie das SCM Automation Pack, jede Vereinbarungszeile auflisten würde, die in Ihrem gewählten Zeitfenster abläuft, geordnet danach, welche Kunden weiter bestellen. Dazu kommt eine Trockenlaufwoche, damit die Verlängerungen geplant sind, bevor ein Auftrag aus der falschen Quelle bepreist wird.
Unabhängige IFS-Cloud-Beratung · Supply Chain
Prozessabweichung nach dem Go-live (Prozessdrift) in IFS Cloud ist die schleichende Lücke zwischen dem Prozess, der beim Go-live entworfen wurde, und dem Prozess, den das Team später tatsächlich lebt. Das System bleibt dabei korrekt, nur das Verhalten drumherum verändert sich, und in dieser Lücke verstecken sich Ausnahmen.
Auf einen Blick
Ihre IFS-Einführung ist live. Der Berater hat die Dokumentation übergeben, die Key-User sind geschult, die Prozesse abgebildet, abgenommen und abgelegt. Was Ihnen damals niemand gesagt hat: Nichts davon bleibt stehen. Ein Pflichtfeld wird optional, weil sich jemand beschwert hat. Eine Prüfung im Ablauf entfällt, weil sie bremste. Ein Bericht, der wöchentlich durchgesehen wurde, wird monatlich durchgesehen, weil die Person, die ihn erstellte, die Rolle gewechselt hat. Böse Absicht steckt in keinem dieser Schritte. So arbeiten Organisationen. Zwei Jahre nach dem Go-live läuft Ihre IFS-Instanz nicht den Prozess, den Sie entworfen haben. Sie läuft den Prozess, den Ihr Team Schritt für Schritt aus kleinen lokalen Entscheidungen entwickelt hat. Ob Ihre Einführung gut war, ist damit nicht die Frage. Sie war es. Die Frage ist, ob noch jemand auf die Lücke zwischen beiden Prozessen schaut.
Abweichung hat keine einzelne Ursache und keinen einzelnen Schuldigen. Sie besteht aus hundert kleinen lokalen Entscheidungen, von denen jede im Moment vernünftig war. Ein Disponent stellt fest, dass ein Pflichtfeld den Freitagsandrang bremst, und bittet die IT, es „vorerst“ zu lockern. Ein Teamleiter, der für einen erkrankten Kollegen einspringt, überspringt einen Prüfschritt, weil ihm niemand erklärt hat, wofür er gut ist. Ein Abteilungsleiter, der einen Wochenbericht geerbt hat, weiß nicht, dass dieser einmal etwas Bestimmtes aufgedeckt hat, und halbiert die Frequenz ohne Bedenken. Für sich genommen wirkt jede Entscheidung wie ein kleiner Effizienzgewinn.
Die Summe sieht keiner dieser Beteiligten. Die Dokumentation aus dem Go-live beschreibt weiter den ursprünglichen Entwurf. Niemand pflegt sie nach, während die kleinen Entscheidungen sich anhäufen, denn auch das Nachpflegen gehört zu niemandes Aufgaben. Zwei Jahre später ist die Lücke zwischen dem geschriebenen und dem gelebten Prozess groß genug, um echte Ausnahmen darin zu verbergen. Niemand hat diese Lücke abgenommen. Sie ist einfach entstanden.
Die Kosten entstehen nicht durch einen einzelnen Ausfall, sondern dadurch, dass sich der Raum langsam erweitert, in dem sich ein echtes Problem hinter einer Gewohnheit verstecken kann, die normal wirkt, weil sich alle an sie gewöhnt haben.
Das System bleibt korrekt. Das Verhalten drumherum driftet. Niemand bemerkt es, weil nichts von dem, was sich verschob, je als wichtig gekennzeichnet war.
Abweichung hinterlässt eine Spur, weil in IFS Cloud sowohl der ursprüngliche Entwurf als auch das heutige Verhalten sichtbar sind. Sie müssen beides nur vergleichen, statt eines allein zu lesen. Einstellungen zu Pflichtfeldern, Definitionen von Freigabe-Workflows und Rollenberechtigungen beschreiben, was entworfen wurde. Die tatsächlichen Transaktionsdaten beschreiben, was gelebt wird: der Anteil der Bestellungen, bei denen ein optionales Feld leer bleibt, der Anteil der Freigaben, die einen Schritt übersprungen haben, der auf dem Papier noch existiert, der Abstand zwischen den Läufen eines Berichts, der einmal wöchentlich war.
Einmal ausgeführt, ist dieser Vergleich interessant. Als geplante Prüfung wird er zum Nachweis über die Lücke selbst. Genau diesen Nachweis setzt die Checkliste zur Upgrade-Bereitschaft voraus, bevor ein Release angefasst wird. Dieselben Belege tragen eine Prüfung der Funktionstrennung, denn Rollenabweichung ist eine der Formen, die dieses Muster annimmt.
Abweichung fällt auf die harte Tour auf: bei einer Prüfung, bei einem Zwischenfall, wenn ein neuer Mitarbeiter fragt, warum der Prozess auf dem Papier nicht zu dem passt, was man ihm gezeigt hat. Ein laufender Vergleich entdeckt dieselbe Lücke, solange sie klein und billig zu schließen ist.
| Gelegentliche Prüfung | Laufende Überwachung | |
|---|---|---|
| Läuft, wenn | In Abständen von Jahren, wenn überhaupt | Laufend, gegen Echtdaten |
| Abdeckung | Was der Prüfer zu prüfen für richtig hielt | Jedes Pflichtfeld, jede Prüfung, jeder Takt |
| Verantwortlicher | Ein externer Prüfer, kurz | Prozessverantwortlicher, per Regel |
| Nachweis | Ein Bericht, den keiner noch einmal liest | Ein Trend, über die Zeit verfolgt |
| Fällt aus bei | Den Jahren zwischen zwei Prüfungen | Läuft ununterbrochen |
Der Nutzen liegt nicht darin, eine einzelne geänderte Feldeinstellung zu finden. Er liegt darin, den Trend so früh zu sehen, dass die Korrektur ein Gespräch ist und kein Projekt.
Sie bauen die Einführung nicht neu. Sie etablieren die Gewohnheit wieder, auf die Lücke zu schauen.
Der Vergleich selbst entsteht im IFS Extensibility Framework mit Standard-Custom-Events, Workflows und PL/SQL. Die Überwachung verlangt deshalb keinen Eingriff in die Kernkonfiguration, die Sie schützen wollen.
Prozessabweichung in IFS Cloud ist die allmähliche Lücke zwischen dem Prozess, der beim Go-live entworfen wurde, und dem Prozess, den Ihr Team Monate oder Jahre später tatsächlich lebt: gelockerte Pflichtfelder, übersprungene Prüfungen, gedehnter Berichtstakt, jeweils durch kleine, für sich vernünftige Entscheidungen.
Nein. Abweichung trifft gute Einführungen genauso wie mittelmäßige, weil sie zum Verhalten von Organisationen über die Zeit gehört und kein Mangel im ursprünglichen Entwurf ist. Die sinnvolle Frage lautet nicht, ob die Einführung gut war, sondern ob noch jemand auf die Lücke schaut.
Ein erster Vergleich gegen die Basis aus dem Go-live lohnt sich unabhängig vom Alter der Einführung. Danach hält eine geplante Prüfung, etwa vor einem Upgrade oder vor einer Prüfung der Funktionstrennung (Segregation of Duties), die Lücke davon ab, zwischen den Kontrollen unbemerkt zu wachsen.
Ja. Der Vergleich und alle daraus folgenden Meldungen entstehen mit Standard-Custom-Events, Workflows und PL/SQL im IFS Extensibility Framework. Nichts verändert den Standard, deshalb ist für nichts davon das nächste Release R1/R2 ein Risiko.
Dariusz Myśliwiec: 18 Jahre Praxis mit IFS (Apps 7.5 bis 10 und IFS Cloud). Ich bin IFS Certified Associate Consultant und nach PRINCE2® 7 zertifiziert. Meine Beratung sitzt in Krakau und arbeitet remote in Europa und darüber hinaus. Sie sprechen direkt mit dem Berater, der die Arbeit ausführt.
Ausgewählte Kunden: Fugro · LGC · BVI Medical · Betafence (PRÆSIDIAD) · Barlinek · NGK Ceramics · Newag · Oleofarm.
IFS ist eine eingetragene Marke der IFS AB. Diese Beratung steht in keiner Verbindung zur IFS AB.
Solange niemand die heutigen Daten mit dem Prozess aus dem Go-live vergleicht, bleibt die Lücke unsichtbar. Ein kurzer Vergleich gegen die Basis zeigt Ihnen genau, wo sie am größten ist. In einem 30-Minuten-Gespräch gehe ich mit Ihnen durch, wie dieser Vergleich für Ihre Instanz aussieht. Festpreis, unverbindlich.
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